Biographie

Fridrich Görtitz in seinem Atelier - 1934, Künstlerhaus Leipzig, Nikisch-Platz

Der Künstler und sein Atelier: 1934 im Künstlerhaus Leipzig am Nikisch-Platz.

Friedrich Görtitz 1890–1973

1890
Am 29. Juni wird Franz Eduard Friedrich Görtitz in Leipzig-Eutritzsch als Sohn eines Musikalienhändlers geboren. Er hat fünf Geschwister.

1901
Auch der Vater stirbt. Friedrich Görtitz ist mit 14 Jahren Vollwaise. Die Geschwister werden
getrennt, Friedrich wächst bei einem Onkel in Plagwitz auf. An den Besuch einer weiter-
führenden Schule ist nicht zu denken.

1904
Beginn einer Lehre als Dekorationsmaler bei Malermeister Fritzsche in Leipzig. Kost und Logis sind frei, er haust in einer kleinen Dachkammer bei Fritzsche. Stolz erzählte Görtitz
später, wie sehr man schon damals seiner Begabung vertraute: im Alten Rathaus der Messestadt Leipzig durfte er die Holzdecke im großen Saal ausmalen.

1908
Görtitz hat ausgelernt.

1909
Er wechselt auf die Gewerbeschule in Leipzig.

1911
Drei Wochen Wanderschaft, zu Fuß geht es durch Sachsen, Thüringen und Bayern.

1911
Görtitz wird Schüler an der Königlichen Kunstgewerbeschule in Dresden. Zu seinem
Freundeskreis zählen Otto Dix und Pol Cassel. Auf der Gartenterrasse sieht er zum ersten Mal Hilde Pudor van Rhyn.

1912
Auf Kosten der Kunstgewerbeschule reist Görtitz im August nach München und besucht die Bayerische Gewerbeschau. Er lernt auch den Starnberger See und Seeshaupt kennen.

1915
Nach vierjähriger Ausbildung Abgang von der Kunstgewerbeschule Dresden.

1915
Im März 1915 wird Görtitz eingezogen und kommt zu einem Arbeitsbataillon in Graudenz. Im Herbst Verlegung nach Kowno/Russland, im Sommer 1916 nach Lothringen, dann in die Champagne (Reims) und schließlich nach Flandern (Audemarde).

1916
Verleihung der „Bronzenen Medaille der Königlichen Kunstgewerbeschule zu Dresden“.

1917
Während eines Fronturlaubs Kriegstrauung mit der Malerin Hilde Pudor van Rhyn.

1917
Im Winter 1917/1918 Transport mit einem Lazarettzug nach Berlin, nach der Genesung
im Sommer Entlassung aus dem Heer und Rückkehr in seine Heimatstadt Leipzig.

1918
Das Künstlerehepaar findet eine bescheidene 3-Zimmerwohnung in Leipzig-Dölitz. Ein Zimmer mit Fenster nach Süden diente Görtitz als Atelier. Der Geruch von Ölfarben und Firnis war stets präsent.

Seiten: 1 2 3