
Sommer 1945: Auf einer gerade angefangenen Zeichnung des zerbombten Zerbster Markts notierte Görtitz „Hier wurde ich durch eine russische Militärstreife am Weiterzeichnen gehindert und mitgenommen“. Kurz danach flüchtete er aus der Stadt.
1940
Tätigkeit als Luftschutzwart.
1943
Am 26. November Totalverlust von Wohnung und Atelier in der Berliner Schlüterstraße durch einen Bombenvolltreffer, viele Arbeiten gehen unwiederbringlich verloren.
1943
Görtitz wird „dienstverpflichtet“ als Zeichenlehrer am Francisceum in Zerbst / Anhalt und erhält den Titel „Stadtmaler“.
1943
Zwei Tage vor Weihnachten Reise nach Seeshaupt am Starnberger See. Beim Bürgermeister und NSDAP Ortsgruppenleiter bewirbt sich Görtitz um ein Grundstück und das Baurecht für ein sog. Behelfsheim. Er übernachtet im Häuschen von Karl Walther.
1944
An Pfingsten kommen Ehefrau Hilde und Tochter Maria in Seeshaupt an. Beide versuchen verzweifelt Baumaterial aufzutreiben. Doch niemand will die Ziegel-, Holz- oder Eisen-Scheine der Flüchtlingsfamilie annehmen. Hunger ist ein täglicher Begleiter. Görtitz selbst bleibt weiterhin in Zerbst.
1945
Die Russen erobern Zerbst, Görtitz flieht Richtung Westen. Im Herbst erreicht er nach einer abenteuerlichen Odyssee Seeshaupt. Tätigkeit als freier Künstler.
1947
Görtitz reist nach Leipzig und stellt mit bescheidensten Mitteln auf der Herbstmesse aus.
1948
Über Monate diente der Keller als Behausung, dann ist endlich Richtfest.
1968
Das Weilheimer Tagblatt würdigt den Künstler in einem Artikel aus der Serie „Besuch bei
bekannten Nachbarn“.
1973
Am 23. Mai stirbt Friedrich Görtitz, knapp 83 Jahre alt, in Seeshaupt. Seine Witwe über-
lebt ihn um elf Jahre.

Bildband „Das Künstlerdorf – von Spitzweg bis Campendonk“, 2013
2013
Der Bildband „Das Künstlerdorf – von Spitzweg bis Campendonk“ über die Seeshaupter Künstlerkolonie erscheint. Umfassend gewürdigt wird auch Friedrich Görtitz.





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