Die Künstlerin neben dem Maler

Hilde Görtitz, geb. Pudor, kam am 9. April 1893 in London zur Welt. Ihre Mutter war die seinerzeit bekannte Konzertsängerin und Reger-Interpretin Sanna van Rhyn. Nach der Schule besuchte Hilde Pudor für drei Jahre die Kunstgewerbeschule in Dresden. Dort lernte sie auch Friedrich Görtitz kennen, den sie am 9. Januar 1917 im Rahmen einer Kriegstrauung heiratete. Während des ersten Weltkrieges gestaltete Hilde Görtitz ein Jahr lang Zigarren-Verpackungen, danach fand sie eine Anstellung in einer deutsch-österreichischen Kunstwerkstätte und entwarf Muster für Mode und Handwerk. Später verdiente sie mehr als zehn Jahre lang Geld mit Seidenmalerei und dem Gestalten von Stoffen für die Firma Deutsch & Kluge in Leipzig.

Fräulein Hilde van Rhyn um 1913. Friedrich Görtitz lernte sie während der gemeinsamen Zeit an der Königlich Sächsischen Kunstgewerbeschule in Dresden kennen. 1917 heiratete das Paar.

Während der Weltwirtschaftskrise trug sie durch Entwürfe für Kleister-Papiere ihren Teil zum bescheidenen Familieneinkommen bei. Später entdeckte Hilde Görtitz ihre Liebe zur Porzellan-Malerei wieder – eine Kunstfertigkeit, die sie schon in früher Jugend erlernt
hatte. Der paradiesische Garten in der Seeshaupter Ulrichsau lieferte zudem die Inspirationen für eine Vielzahl von Blumen-Aquarellen.

Porzellanmalerei von Hilde Görtitz

Hilde Görtitz entwarf nicht nur Stoffmuster, sie war auch eine begabte Porzellanmalerin.

Hilde und Friedrich Görtitz 1957 in Grainau

Hilde und Friedrich Görtitz 1957 in Grainau. 56 Jahre waren die beiden glücklich verheiratet.

Bis ins hohe Alter lebte Hilde Görtitz in der Künstlerklause, die sie sich in Seeshaupt zusammen mit ihrem Mann geschaffen hatte. Sie starb am 5. März 1984 im Alter von 91 Jahren.