Kindheit, Kaiserzeit und Kriegswirren

Das Licht der Welt erblickte Friedrich Görtitz am Juni 1890 in Leipzig-Eutritzsch als Sohn eines Musikalienhändlers. Nach dem frühen Tod des Vaters lebte er bei einem Onkel im Stadtteil Plagwitz. Mit 14 begann er eine Lehre als Dekorationsmaler, dann folgten die Gewerbeschule in Leipzig und die Königliche Kunstgewerbeschule in Dresden. Im Sommer 1912 – Görtitz war 22 Jahre alt – reiste er zur Bayerischen Gewerbeschau nach München. Er lernt nicht nur den Starnberger See und Seeshaupt kennen, sondern kurz nach seiner Rückkehr auch die junge Malerin Hilde Pudor.

In Dresden, wo er 1915 mit Auszeichnung seinen Schulabschluss bestand, verkehrte er regelmäßig in der dortigen Künstlerszene. Zu seinen Freunden zählte auch der junge Otto Dix. Doch der Erste Weltkrieg macht dem Künstlerleben ein jähes Ende: Görtitz wurde eingezogen, diente in Russland, Flandern sowie in der Champagne und landete im Winter 1917/18 im Lazarett in Berlin. Zuvor, während des letzten Fronturlaubs, hatte er seine große Liebe Hilde Pudor geheiratet.

Nach seiner Genesung kehrte Görtitz in seine Heimatstadt Leipzig zurück. 1919 wurde die einzige Tochter Maria geboren. Trotz größter wirtschaftlicher Not nahm der junge Maler ein Studium an der Leipziger „Akademie für Graphische Künste und Buchgewerbe“ auf, das bis 1926 dauerte. Zu seinen Lehrern zählte der damals sehr bekannte Alois Kolb.´1926 erhält Görtitz ein Stipendium, das ihm eine erste Studienreise nach Italien ermöglichte. Dort malte er fast ununterbrochen. Von den in Venedig, Florenz, Rom und Neapel entstandenen Ölbildern sind einige noch heute im Besitz der Familie.

Exlibris “ Friedrich Görtitz“ Dresden, um 1912

Faschingstreiben 1913 in Dresden mit Görtitz und Otto Dix

Faschingstreiben 1913 in Dresden, untere Reihe ganz rechts Friedrich Görtitz, daneben Otto Dix.

Der Künstler (rechts) im Feld. 1917 diente Görtitz in Flandern.

Der Künstler (rechts) im Feld. 1917 diente Görtitz in Flandern

Im selben Jahr heiratete er die Malerien Hilde Pudor, Tochter der bekannten Opernsängerin Sanna van Rhyn

Portrait Friedrich Görtitz, 1913

Portrait Friedrich Görtitz, 1913